Real Talk – Fair Fashion

Warum müssen Dinge in denen Bio drin ist auch immer direkt nach Bio aussehen? Warum bekommt man direkt den Stempel ‚Öko‘ auf die Stirn, wenn man erwähnt, mal nach etwas nachhaltigerer Mode suchen zu wollen. Und warum muss ich nach nachhaltiger Mode erst suchen, anstatt nachhaltige Mode die den aktuellen Trends entspricht sofort zu finden?

Bin ich wirklich so Öko wenn ich mich dafür interessiere? Und mal ganz ehrlich, wieso ist das so schwer, etwas ästhetisch ansprechendes in dieser Richtung zu finden?

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Mode. Ich blätter gern durch Magazine, stöber auf Instagram und bin eine der ersten die dem Link auf die Zara Seite folgt. Aber in letzter Zeit bemerke ich immer mehr die Kurzlebigkeit meiner Kleider, und werde sowohl im Studium als auch Privat immer häufiger mit den Entstehungsprozessen und den damit verbundenen Belastungen für Arbeitskräfte und Umwelt konfrontiert.

Ja, ich ich lege viel wert darauf, dass meine Klamotten einem gewissen Stil folgen. Und nein, ich möchte nicht in braunen Sandalen und beigen Baumwollhemden durch die Gegend flanieren, während ich überlege ob ätherische Öle mein Chanel Parfum ablösen und ich in mein Frühstück Globuli mische. Aber ich stelle mir immer häufiger die Frage , wieso diese zwei Seiten sich so schwer vereinen lassen.

Ich habe mich also auf die Suche begeben. Nach moderner, mir zusagender und mit einem Hintergedanken produzierter Mode. Und ich kann sagen, sehr sehr schwere Geburt. Denn, die Teile die mir gut gefallen, sind natürlich preislich für Studenten nicht tragbar. Und generell: irgendwie habe ich ständig das Gefühl diese Labels greifen die modernen Trends nicht auf. Trompetenärmel oder Fransen beispielsweise habe ich wirklich nirgends gesehen! Aber natürlich muss man verstehen, dass die Preise nicht an die von Zara und H&M gesetzten Maßstäbe andocken können, und sich einen Pulli für 80€ aufwärts wohl die wenigsten U25 Mädels leisten können. Da muss man sich von den Schnitten eben an die Damen anpassen die sich das auch tatsächlich kaufen.

Bei einer Sache bin ich allerdings fündig geworden: Taschen. Beziehungsweise, vorerst eine Tasche. Diese süße einfache Day and Night Bag von Denise Roobol ist wirklich sehr klassisch und gleichzeitig modern.

Vielleicht muss man sich damit abfinden, und versuchen, ausgefallene modische Teile aus den herkömmlichen Läden zu beziehen, und das schlechte Gewissen mit der nachhaltigen Tasche zu beruhigen? Hört sich eher nach einer Übergangslösung an.

Ich möchte meinen persönlichen Stil nicht aufgeben, bin aber total gespannt was ihr zu dem Thema zu sagen habt. Vielleicht gibt es ja einige Tipps bezüglich nachhaltiger Onlineshops?

xx Laura

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Das in diesem Beitrag verwendete Bildmaterial wurde nicht von mir produziert.

28 thoughts on “Real Talk – Fair Fashion

  1. Super Beitrag!
    Find’s klasse wenn sich junge, modebewusste Menschen für solche Themen interessieren, das ist der erste Schritt, um Designer/Hersteller auf das Problem aufmerksam zu machen!

    LG und weiter so! 🙂

  2. Hi Laura,

    bin da voll deiner Meinung und finds mega schade, dass es so einen Mangel an trendiger, nachhaltiger Mode gibt… und wenn dann nur extrem teuer… es gibt da eine Internetseite : http://www.cleanclothes.at/de/left-menu/2014/?preview , dort wurden einige Firmen „gecheckt“ und bewertet (Primark wurde besser bewertet als Nike, Gucci, Versace) – Marken die wirklich nicht günstig sind und es trotzdem nicht schaffen ihren Arbeitern einen fairen Lohn zu bezahlen… einfach nur traurig sowas.

    toll dass es aber auch noch Menschen gibt, die sich dieser „Schweinerei“ bewusst sind -ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag 🙂

  3. Das Problem kenne ich, ich finde es wirklich schlimm wie viele Kleider hergestellt werden, aber mir geht es auch so, dass ich meinen Style nicht aufgeben möchte und eben auch nicht 80€ für einen Pulli ausgeben kann. Eine Alternative habe ich auch noch keine wirkliche gefunden, aber inzwischen kaufe ich viele Sachen gebraucht über Kleiderkreisel, ist wenigstens etwas besser als immer nur neue Sachen zu kaufen. Vielleicht wird die Branche ja wirklich mal auf das Problem aufmerksam. Liebe Grüße Angelina

  4. sehr toller Beitrag, ich habe auch vor einiger Zeit begonnen meinen Kleiderschrank auf nachhaltige Mode umzustellen und stehe hier für den gleichen ??? wie du. Wenn man sich für Mode interessiert ist es wirklich schwierig sich auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren nicht nur weil es keine trendigen Schnitte gibt sondern auch weil das ganze Shopping Feeling ein anderes ist. Nachhaltige bzw. Fair Trade Mode finde ich in meiner Stadt nur in einem Laden der nicht nach Öko schreit und ansonsten muss ich im Internet stöbern. Der Grund warum man dann doch wieder auf Zara und Co. zurückgreift ist demnach nicht nur der Preis sondern einfach die Verfügbarkeit. Aber ich denke was ja auch zählt ist zumindest, dass man sich mit dem Thema beschäftigt und auch sich auch bewusst ist was man einkauft. Viele liebe Grüsse

  5. Moin, Laura 🙂

    jetzt lass Dir mal von einer U35 jährigen sagen: die Tasche ist … alt*hust*backen – nene *kopfschüttel!* geht nicht! Aber eih, Geschmäcker sind zum Glück verschieden 😜

    Dein angesprochenes Problem beschäftigt mich auch schon länger. Dabei nervt mich aber auch tatsächlich, dass ich nachvollziehen kann, welche Henne in welchem Stall an welchem Ort ein Ei gelegt hat, aber in der Textilbranche ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter komme.

    Ehrlicherweise muss ich eingestehen, dass ich mangels Recherche-Zeit nicht alle Firmen in einen Topf werfen will. Aber ich halte dies auch heute noch für schwierig, insbesondere bei Kinderkleidung und finde es schade. Da nützt Dir übrigens auch nicht unbedingt ein Öko-Siegel, wenn irgendwo die Kette nicht mehr verfolgt werden kann 😉

    Aber, wie wäre es denn mit selber kreativ Nähen? Es gibt inzwischen Deutsche Stoffhändler, die in Bioqualität selbst produzieren, zB Hamburger Liebe (Albstoffe). Da hat der Meterpreis zwar auch seinen Preis, aber für dich brauchst du nicht viel, da rechnet sich das auf jedenfall Und DU kannst den Schnitt (Trompetenärmel, Fransen, was auch immer) eben selbst bestimmen!

    Viel Erfolg weiterhin bei der Suche und Mode ist toll 💖

    Liebe Grüße,
    Jenny

    1. Vielen Dank dir für den lieben Kommentar <3
      Hamburger Liebe werde ich mir definitiv mal ansehen, super Tipp!
      Viele Grüße an dich 🙂

  6. Liebe Laura,

    ein sehr aktuelles Thema, dass Du da aufgegriffen hast. Ja, es ist absolut nicht einfach, schicke und ethisch einwandfreie Produkte zu finden. Vor allem, wenn sie dann noch bezahlbar sein sollen.
    Ich denke, das große Problem ist, dass die Bekleidungsindustrie das wohl absolut hergibt, aber dann die Gewinne, die ja teilweise enorm sind, bei „normalen“ Preise nicht gehalten werden können. Und es gibt halt viele Leute, die dann lieber günstig kaufen, als an die Umwelt zu denken. Würden sich mehr Menschen darüber Gedanken machen und diese Produkte fordern, würde der Markt angepasst werden. Bis dahin wird sicher aber noch einige Zeit vergehen und man muss entweder „Öko-Klamotten“ tragen oder kann nur bei sehr teuren Labels schicke Sachen kaufen 🙁

    Viele Grüße,

    Tabea
    http://tabsstyle.com

  7. HI,
    avocadostore.de ethletic.com eknfootwear.com sind einige Internet Seiten wo du auch verschiedene Marken findest wie zbs Recolution, Bleed usw, die alle bio und fair sind.
    Des weiteren ist es am ökologischsten wenn du deine alten Klamotten weiter traegst oder upcyelst. Upcycling-deluxe.com ist auch eine tolle Seite. Jack Wolfskin oder B&C sind teil der FearWear Ngo, dh alle Produkte sind fair hergestellt. Am einfachsten ist es fast fashion zu boycottieren, und wenn man was neues braucht dann einfah mal recherchieren und viielleicht etwas weniger kaufen dafür aber ethich und fair.

    mbG aus Luxemburg,

    Andy

  8. Ich war überrascht wie viele tolle Fair Fashion Labels es gibt und mich sprechen viele Kollektionen sehr an, aber ich bin auch 32 und hätte es mir mit 25 auch nicht leisten können. Insofern gebe ich dir Recht. Ich würde sagen, alles zu seiner Zeit. Halte die Augen offen. Ich bin sicher, es wird sich viel tun. Und wenn die Uni geschafft ist, kannst du dir die Sachen sicher auch leisten. Lg, Nicola von Fairnica.com

  9. Also ich finde es auch enorm wichtig, sich mit dem Thema auseinander zu setzen! Man kann als Fashionblhgger dem Ganzen ja auch so viel Gutes tun! Ich habe zum Beispiel meine „Basic“ Oberteile alle in Fair-Fashion Teilen. Leider ist die Auswahl so gering und man muss auch tief in den Geldbeutel greifen, der derzeit leider nicht gefüllt ist! Aber ich bin mir sehr sicher, dass in den nächsten Jahren der Trend viel mehr in die Richtung gehen wird 🙂

    Wir dürfen also gespannt sein!

    Hab ein tolles Wochenende! <3

    – Sandra von https://sandritasol.blog <3

  10. Hi Laura,
    ein schöner Beitrag! Mein Weg ist der, möglichst viel zu recyclen und selbst zu nähen. Aber ich muss sagen, dass das schon sehr (zeit-)aufwendig ist und letztendlich wohl auch nur eine Zwischenlösung. Schade, dass es keine einfache Lösung zu den wichtigen Fragen gibt, die Du hier stellst…
    Viele Grüße,
    Paula

  11. Hi Laura,
    Ich kann dir absolut zustimmen. Würde mir auch gerne mehr faire Mode kaufen, aber häufig ist sie eben noch zu teuer (was sich bestimmt ändern würde, wenn mehr Menschen das kaufen würden) und es gibt noch viel zu wenig Läden. Und die sind dann meist fernab der Einkaufsstraße…
    In Hamburg habe ich ein Geschäft entdeckt, dessen Mode auch eher zu uns jungen Leuten passt. Hier gibt’s den online-shop:
    https://www.glore.de/

    Habe mir da eine Jeans gekauft für ca. 140€ und hoffe, dass mir die lange erhalten bleibt. Qualität ist super und man schätzt sie auch viel mehr wert. 🙂

    Liebe Grüße,
    Angela

  12. Hallo, mich freut es, wenn das Thema „Produktionsbedingungen“ immer wieder aufgegriffen wird! 🙂 Bei der Modeflüsterin gab es vor einiger Zeit eine ellenlange Auflistung von fair und/oder nachhaltig produzierten Textilien. Aber ja, du hast Recht: So wirklich modische Sachen sind selten dabei ;(
    Wirklich ernüchtert bin ich bei den konventionellen Kaufsachen eher dadurch, dass die Produktionsbedingungen unabhängig vom Endpreis gleich schlecht sein können, die Qualität teils wirklich unter aller Kanone ist (siehe Kaufshirts, die sich nach ein paar Wäschen so verzogen haben, dass die Seitennaht auf dem Bauch liegt) und dass wohl viele Konsumenten kaum Gedanken machen, wie das Teil in den Laden gekommen ist- und DIE haben es in der Hand (AngebotNachfrage…)- aber vielleicht folgt da noch eine langsame Umwälzung wie vor ein paar Jahren bei den Lebensmitteln?

    …so und jetzt habe ich viel gemotzt und dir wahrscheinlich kaum geholfen… ;-P (kann mich aber meinen Vorrednerinnen anschließen: Second Hand und Selber nähen ist auf jeden Fall schon mal die richtige Richtung- auch wenn es bei letzterem ein wenig Beharrlichkeit und ggf. eine geduldige „Aufsicht“ braucht, damit das Teil nicht nach gebastelt-selbstgenäht ausschaut ;))

    Liebe Grüße,
    Maria (…die sich Ende 2014 ihre letzten Oberbekleidungsteile im Laden gekauft hat :D)

    1. Ich finde das auf jeden Fall total klasse wenn jemand sich alles über Second Hand bezieht oder selbst näht!
      Wünsche dir ein schönes Wochenende 💌

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